Die Deutsche Lufthansa AG wurde wie kaum ein anderer DAX-Konzern von der Corona-Krise getroffen und bis an den Rand der wirtschaftlichen Existenz gebracht. Künftig findet sich das Kranich-Unternehmen nicht mehr in der DAX-Börsen-Elite wieder sondern wird im MDAX gelistet. Lohnt sich der Kauf aktuell oder ist ein Einstieg zu riskant? Unsere Aktie der Woche: Deutsche Lufthansa AG

Deutsche Lufthansa AG – Zahlen, Daten, Fakten

Die Deutsche Lufthansa AG (WKN 823212) ist mit einem Jahresumsatz von ca. 36,4 Milliarden Euro und einem Passagieraufkommen von jährlich 145 Millionen Menschen das größte Luftverkehrsunternehmen Europas. Derzeit arbeiten ca. 140.000 Mitarbeiter an Standorten auf der ganzen Welt für das Unternehmen mit Hauptsitz in Köln. Die Lufthansa AG tritt als Konzern nach außen als Lufthansa Group auf und beheimatet unter ihrem Dach bekannte Fluggesellschaften wie SWISS, Austrian Airlines, Eurowings und Brussels Airlines. Außerdem wird über Lufthansa Cargo das Luftfrachtgeschäft abgewickelt, über die LSG Sky Chefs das Catering und über Lufthansa Technik die entsprechende Instandhaltung betrieben. Als Gründungsmitglied der Luftfahrtallianz „Star Allicance“ bildet die Lufthansa Group zudem über das Aviation Training Piloten und Flugbegleiter in eigenen Schulungszentren aus.

Kursverlauf 

Mit einer Kursentwicklung von Minus 32,58 Prozent (1 Jahr), Minus 34,95 Prozent (3 Jahre) und Minus 3,5 Prozent (5 Jahre) strotzt die Aktie nicht gerade vor Selbstbewusstsein sondern schreckt auf den ersten Blick definitiv ab. Aktuell zeigt der Kurs nach dem massiven Einbrüchen der letzten Wochen wieder einen erheblichen Aufwärtstrend. Dies begründet sich durch die Milliarden-Hilfen der Bundesregierung, der teilweisen Wiederaufnahme des Flugverkehrs sowie den nicht in Erfüllung gegangenen Wetten auf weiter fallende Kurse durch einige Hedgefonds. Das 52 Wochen-Hoch liegt bei 17,98 Euro, der Tiefpunkt in der Einjahres-Betrachtung liegt bei enttäuschenden 7,02 Euro. Gemessen am Allzeithoch von 30,81 Euro aus dem Jahr 2017 wird ersichtlich wie stark der Kurs in den vergangenen Jahren und speziell in den letzten Wochen und Monaten gesunken ist.

Dividende gestrichen 

Wenig überraschend kam aufgrund der massiven wirtschaftlichen Schäden die Information dass für das Geschäftsjahr 2019 keine Dividende ausbezahlt wird. Bisher war die Lufthansa mit zuletzt 0,80 Euro Stückdividende als solider Zahler bekannt. Die Dividende nunmehr zu streichen ist allerdings ein unvermeidbarer und vor allem nachvollziehbarer Schritt des Konzerns. Ob und in welcher Höhe wieder Dividende ausbezahlt werden kann ist aktuell ungewiss. Für die nächsten Jahre sollten Anleger allerdings nicht mit Zahlungen rechnen.

Milliardenpaket der Bundesregierung und Wiederaufnahme des Flugbetriebs 

Mittlerweile hat der Aufsichtsrat der Lufthansa Group dem 9 Milliarden schweren Rettungspaket durch den Bund zugestimmt und somit eine enorme Last von den Schultern des Konzerns genommen. Hierbei kommen 3 Milliarden als Kfw-Darlehen, 6 Milliarden werden über den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds abgebildet. Bitter ist in diesem Zuge allerdings die Abgabe von 24 Start- und Landerechten an Wettbewerber auf den Flughäfen in Frankfurt und München. Hier hatte sich die EU mit ihrer Forderung durchgesetzt um die Marktmacht der Lufthansa Group zu reduzieren. Die teilweise Wiederaufnahme des Flugbetriebs und das bevorstehende Sommer-Reisegeschäft sind zudem weitere gute Neuigkeiten und geben dem Aktienkurs leichten Aufschwung. Trotzdem lassen sich die weitreichenden Folgen der Pandemie noch nicht final bewerten und einpreisen, was die Aktie aktuell zu einem absoluten Spekulations-Papier macht.

 

Sales-Jungle Fazit

Die Aktie der Lufthansa Group ist aktuell nichts für schwache Nerven und definitiv nur für äußerst risikofreudige Anleger geeignet. Nach dem enormen Absturz des Aktienkurses konnte sich die Aktie zwar speziell in den letzten Wochen deutlich erholen – die täglichen, teils enormen Schwankungen des Kurses sollten auf konservative Anleger allerdings abschreckend wirken. „Zocker“ können sich beim Einstieg auf enormes Kurspotential und kurzfristige Kursgewinne freuen. Langfristig orientierte Anleger sollten mit dem Einstieg noch warten bis sich der Flugverkehr normalisiert hat und die Lufthansa Group wieder halbwegs auf Normalbetrieb über alle Konzernsparten hinweg läuft. Der Kurs wird sich perspektivisch erholen und nach oben zulegen. Wann die Kurserholungen allerdings ein konstantes Niveau erreichen und nicht mehr starken täglichen Schwankungen unterliegen bleibt abzuwarten.